Wir verkaufen nur, abdrücken tun andere

Hanspeter Bundi, 23. Februar 2016

Es gibt Tage, an denen kommt vieles von dem zusammen, was sonst doch eher weit auseinanderliegt. So am 22. und am 23. Februar 2016 auf dem Webportal von Tagesanzeiger und Bund.

© Bund

 Der Bund, 22. Februar

© Tages AnzeigerTages Anzeiger, 23. Februar

„Die Finanzkommission des Nationalrats empfiehlt ein drastisches Sparprogramm bei der öffentlichen Entwicklungshilfe […] Die Ausgaben für die Entwicklungshilfe müssten von rund 3,2 Milliarden Franken pro Jahr (2014) auf rund 1,9 Milliarden sinken.“

Die beiden Meldungen verweisen auf eine ebenso erfolgreiche wie kleinkrämerische Schweiz. Eine Schweiz, die ihre Waffenexporte in den letzten drei Jahren verdoppeln konnte und auch kriegführende Länder wie Saudiarabien und Afghanistan beliefert. Eine Schweiz auch, wo wichtige politische Kräfte die Entwicklungshilfe drastisch zurückfahren wollen, und das nur wenige Monate, nachdem sie die Agenda 2030 für die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO unterzeichnet hat.

Ich will eine andere Schweiz. Eine, die dazu beträgt, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern, international ebenso wie im unserem Land selber. Eine Schweiz, die ihr Geld nicht mit Waffen, Steuerfluchthilfe und der Ausbeutung von Rohstoffländern verdient, sondern mit Uhren, Medikamenten für alle, mit Tourismus, Bildung und mit sauberen Bankgeschäften.

Ich will das nicht nur, weil mir schmutziges Geld zuwider ist. Ich will es auch, weil die Welt ohne einen Ausgleich zwischen Arm und Reich, Nord und Süd aus den Fugen gerät.

 

© Bund

Tages Anzeiger und Bund

 

Oder ist alles möglicherweise gar nicht so schlimm? Hat möglichwerweise die Neue Zürcher Zeitung Recht, wenn sie das mit dem Waffenhandel erheblich entspannter sieht:

© NZZ

schreibt sie am 23. Februar auf ihrer Website.

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