Wiederaufbau in Nepal: Das wollen wir erreichen

Kathrin Krämer, 20. November 2015
Wiederaufbau in Nepal: Das wollen wir erreichen

Die Not der nepalesischen Bevölkerung nach dem Erdbeben im April hat viele Schweizerinnen und Schweizer zum Spenden bewegt: 2,5 Millionen Franken standen Helvetas und ihren Partnern Caritas und Solidar für die Nothilfe in den Monaten nach der Katastrophe zur Verfügung.

Nun steht der Wiederaufbau im besonders stark beschädigten Distrikt Sindhupalchok bevor. Dank langfristigen Entwicklungsprojekten hat Helvetas hier bereits viel lokale Erfahrung. Wie in all unseren Projekten werden die Dorfgemeinschaften und lokalen Behörden von Beginn weg in die Arbeit miteinbezogen.

Wir unterstützen die Menschen in Sindhupalchok beim Wiederaufbau und wollen in den nächsten drei Jahren Folgendes erreichen:

 

Bis Ende Oktober 2016

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  • Wiederaufbau und Instandstellung von 50 Kaffeeverarbeitungszentren
  • Wiederaufbau von 50 Baumschulen für Kaffeesetzlinge samt Bewässerungssystemen
  • Aufbau von Kompetenzen für Prävention und Verhalten im Katastrophenfall

Ziel ist, dass Kleinbäuerinnen und -bauern die biologische Kaffeeproduktion und -verarbeitung möglichst rasch wieder aufnehmen und damit ihren Einkommensausfall begrenzen können.

 

Bis Ende Januar 2018

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  • 1000 zerstörte Häuser von besonders verletzlichen Familien sind erdbebensicher wiederaufgebaut. Jedes Haus wird über eine Latrine und eine energieeffiziente Kochstelle verfügen
  • 1320 lokale Handwerker sind in erdbebensicherer Bauweise geschult und können weitere Familien beim Häuserbau unterstützen
  • 32 dörfliche Schwerkraft-Wasserversorgungssysteme sind repariert oder neu gebaut
  • 3000 Familien verfügen mittels einer Zapfstelle in ihrem Hof oder ihrer Siedlung wieder über einen direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Davon profitieren 16’500 Menschen
  • 3000 Familien sind für Wasserversorgungs- und Hygienefragen sensibilisiert, besonders dafür, wie Gesundheitsrisiken minimiert werden können
  • 80 Mitglieder der Wassernutzungskomitees in den Gemeinden werden in Bautechnik und Instandhaltung erdbebensicherer Wasserversorgungssysteme weitergebildet

Ziel ist, dass besonders bedürftige Familien (Familien unter der nationalen Armutsgrenze, Familien ohne Männer, sozial Benachteiligte u.a.) ein erdbebensicheres Zuhause sowie Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen erhalten.

Gebaut wird in Nachbarschaftskollektiven mit viel Eigenleistung der Begünstigten. Projektmitarbeiter sichern die Qualität und begleiten die Bauarbeiten fachlich.

 

Bis Ende Dezember 2018

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  • Neubau von 34 Schulen, die mit Wasserversorgung und Toiletten ausgestattet sind
  • Alle Schulkinder und Lehrpersonen sind geschult in Sicherheitsvorkehrungen und -bestimmungen und angemessenem Verhalten im Fall eines Erdbebens
  • Die Schulen verfügen über ein kinderfreundliches Umfeld bezüglich Schulmaterial und Ausstattung der Klassenzimmer, aber auch angepasste Informationsveranstaltungen zu Bildung, regelmässigem Schulbesuch sowie Hygiene und Gesundheit

Ziel ist, dass knapp 7000 Personen, davon 6‘000 Schülerinnen und Schüler, vom Wiederaufbau oder Neubau der zerstörten Schulhäuser profitieren.

Helvetas realisiert zudem die Sanierung oder den Neubau von 21 zerstörten Hängebrücken, die die sehr abgelegenen Dörfer mit Schulen, Gesundheitszentren und Märkten verbinden. Diese Kosten werden von der Deza getragen.

Ein weiteres Wiederaufbau-Projekt ist noch in Planung und wird voraussichtlich Anfang 2016 beginnen. Es wird die Land- und Viehwirtschaft sowie den Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Bewässerungskanäle umfassen.

Autor

Kathrin Krämer

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