Wie viel Fairness darf es sein?

Hanspeter Bundi, 17. Dezember 2015
Wie viel Fairness darf es sein?

Die beiden Madagassen Rola und Gilbert können ihre Blechspielzeuge zu einem besseren Preis verkaufen. Die kirgisische Famile Irisov erzielt für ihre Baumwolle ein angemessenes Einkommen. Die 17-jährige Vietnamesin Thuan muss bei der Kakaoernte nicht mithelfen, sondern kann die Mittelschule besuchen. Auf der ganzen Welt profitieren Hunderttausende von Bäuerinnen, Produzenten und Schülerinnen vom fairen Handel, von gerechten Preisen und würdigen Arbeitsbedingungen. In einem neuen Grundlagenpapier erklärt Helvetas den fairen Handel, das eigene Engagement in dem Bereich und die Verbesserungen, die nötig sind, damit noch mehr Bäuerinnen und Abnehmer in den fairen Handel eingebunden werden.

fairshop

Handeln
Beim fairen Handel sind die Schweizerinnen und Schweizer Weltmeister! In keinem Land der Welt werden pro Kopf so viele faire Produkte verkauft wie hier. Im Jahr 2014 lag der Gesamtumsatz des fairen Handels in der Schweiz bei 476 Millionen FrankenDas ist erfreulich. Und das ist erschreckend wenig, denn die 476 Millionen Franken decken nur ein halbes Prozent des Schweizer Detailhandels ab. Zu wenig, um die Handelsregeln beeinflussen zu können, sagen die Ökonomen. Zu wenig, sagen auch die Bäuerinnen und Produzenten im Süden, die mehr fair produzierte Güter zu Vorzugspreisen verkaufen möchten.

Verändern
Als Gründungsmitglied von Max Havelaar, der Schweizer Mitgliedorganisation von Fairtrade International, engagiert sich Helvetas intensiv für den Ausbau des fairen Handels. In lokalen Projekten für bessere Wertschöpfungsketten, in Kontakten mit Produzentinnen im Süden und Abnehmern im Norden, mit politischen Stellungnahmen und Lobbyarbeit für eine gerechtere Handelspolitik, mit der Sensibilisierung von Konsumenten und nicht zuletzt mit dem eigenen FAIRSHOP.

Verbessern
Helvetas setzt sich auch mit der Kritik am fairen Handel auseinander, die in den Medien geäussert wird. In dieFamilie Irisov Kirgistanser Kritik geht es vor allem darum, ob die höheren Preise im fairen Handel auch wirklich dort landen, wo sie landen sollten: bei den Produzentinnen, Bauern und Tagelöhnerinnen. Helvetas ist sich bewusst, dass im jungen System des fairen Handels Verbesserungen nötig sind, verweist gleichzeitig aber auf eine Studie, die das SECO zum fairen Kaffeehandel in Bolivien in Auftrag gegeben hat. „Er zahlt sich für die Produzenten aus und wirkt auf das ganze Umfeld armutsreduzierend“, sagt Hans-Peter Egler, Leiter Handelsförderung mit Entwicklungsländern beim SECO.

Download Helvetas Grundlagenpapier Fairtrade

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