Von Nepal nach Bern: Premiere für Macadamia-Nüsse

Hanspeter Bundi, 13. Juli 2016
Von Nepal nach Bern: Premiere für Macadamia-Nüsse

Schweizer Nussöl und Cashewkerne aus Mosambik. Schokolade aus bolivianischem Kakao. Miso aus Japan. In der Berner „Naturkostbar“ kommt die Welt zusammen. Neu ist auch Nepal an der Bar zu Gast, mit Macadamia-Nüssen, die zum ersten Mal vom Himalaya-Staat in die Schweiz exportiert wurden.

Angefangen hat es damit, dass Andrea Barrueto, unsere Spezialistin für Klimawandel und Markt, in einer liebevoll geführten Gärtnerei in Nepal einige Macadamia-Bäume stehen sah. Oder, viel früher, mit Michael Brönnimanns Faszination für naturbelassene Nahrungsmittel.

An seinem Stand am Wochenmarkt in Thun, wo er vor allem kaltgepresste Öle von Raps, Leinsamen oder Nüssen verkaufte, kam es immer wieder vor, dass die Skepsis der Besucher in freudiges Staunen umschlug, wenn sie kosteten, was Brönnimann ihnen anbot. Die Öle waren teurer als ähnliche Produkte im Grossverteiler, und sie schmeckten besser, sehr viel besser. Brönnimann baute aus, gab seinen Job als Informatiker auf und richtete in Bern die „Naturkostbar“ ein, wo Einzelkunden neben den beliebten Ölen viele weitere hochwertige Produkte finden.

Seit Mitte Juni verkauft Brönnimann im Onlineshop der Naturkostbar biologische Macadamia-Nüsse, die von nepalesischen Kleinbauern geliefert werden. Es war die Geografin Andrea Barrueto von Helvetas, die Brönnimann diese Nüsse schmackhaft machte. Die Nüsse sollten Bauernbetrieben in den nepalischen Hügeln eine zusätzliche Einkommensquelle verschaffen.

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Abklärungen in Nepal führten Barrueto in abgelegene Zonen des Landes, wo Bäuerinnen und Bauern Macadamia-Nüsse seit ein paar Jahren auf eigene Initiative anbauen. Die Herausforderung für die abgelegenen Orte ist es, einen Händler zu finden, der ihnen die Produkte zu einem fairen Preis abnimmt.

Barrueto tat dies im Rahmen ihrer Arbeit für Helvetas. Denn in unseren Projekten geht es darum, den Bäuerinnen und Bauern einen besseren Zugang zu Märkten und damit bessere Einkommen zu ermöglichen. Das können regionale Märkte sein. Oft aber ist es der Zugang zum internationalen fairen Handel für Bauernbetriebe, die biologisch produzieren, auf Kinderarbeit verzichten, gerechte Löhne zahlen und die Organisationsfreiheit ihrer Arbeitskräfte einhalten. Im Gegenzug erhalten sie für ihre Produkte stabilere und bessere Preise. So in den Programmen für biologische Baumwolle in Westafrika und Kirgistan oder bei biologischem Reis aus Thailand und Nordindien.

Um ihre Nüsse in die Schweiz und damit zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen zu können, müssen die nepalesischen Bauern konstante Qualität und grosse Produktionsmengen garantieren können, und sie müssen sich mit der Frage der fairen Produktion und der Arbeitsrechte auseinandersetzen.

Im Herbst 2015 sind Andrea Barrueto von Helvetas und Michael Brönnimann von der Naturkostbar zusammengekommen. Barrueto war fasziniert von der Konsequenz, mit der Brönnimann bestrebt ist, nur allerbeste Qualität zu liefern. Und Brönnimann war sehr angetan von der Vorstellung, mit Macadamia-Nüssen aus Nepal ein neues Land und neue Produzenten in oder an seiner Naturkostbar zu haben.

IMG_1637Der Kontakt zur Naturkostbar ist ein Anfang. «Die Nüsse sind von sehr guter Qualität», sagt Michael Brönnimann. Es würde dem Image der Naturkostbar schaden, wenn Brönnimann schlechte Ware – und sei sie noch so biologisch oder fair produziert – verkaufen würde. Doch bei den Macadamia-Nüssen aus Nepal kommt beides zusammen: gute Qualität und die Garantie, dass Helvetas zusammen mit den Produzenten gerechte und nachhaltige Arbeitsbedingungen fördert.

Hier können Sie die unbehandelten und handgeknackten Macadamianüsse aus Nepal bestellen.

 

Hanspeter Bundi
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