Aktuelle Umfrage: Schweizer Bevölkerung vertraut Entwicklungszusammenarbeit

Kathrin Krämer, 28. Januar 2015

Die DEZA wollte kürzlich von der Schweizer Bevölkerung wissen, was sie über die Entwicklungszusammenarbeit denkt, ob die eingesetzten öffentlichen Mittel zu wenig oder zu viel sind und wie das Verhältnis zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern ausschaut. Die Ergebnisse sind aufschlussreich. Hier besprechen wir die wichtigsten Erkenntnisse.

“Grundsätzlich stellen die Schweizer Stimmberechtigten der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit ein gutes Zeugnis aus.”

Dies gilt gemäss der Studie sowohl für den Bund als auch für die privaten Hilfswerke, zu denen Helvetas gehört und ist Bestätigung für unsere Arbeit. Wir verstehen dies aber auch als Aufforderung, unseren Einsatz weiterhin mit hohen Ansprüchen an die Qualität und Effizienz fortzusetzen.

Das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd und ungerechte Handelsbeziehungen rücken wieder stärker in den Fokus der Stimmberechtigten:

“Die Ausbeutung durch Industrieländer, Entwicklungsländer als Rohstofflieferanten und Basis unseres Wohlstandes” führt dazu, dass “die reichen Länder als Nutzniesser der Globalisierung gesehen werden. Entsprechend wünschen sich die Stimmbürger verstärkt Lösungen, die diese Interdependenz [wechselseitige Abhängigkeit/smi] aufnehmen.”

Einen solchen Lösungsansatz verfolgt die NGO-Kampagne “Recht ohne Grenzen“, bei der auch Helvetas beteiligt ist. Firmen mit Sitz in der Schweiz sollen rechtlich verpflichtet werden, weltweit Menschenrechte und Umwelt zu respektieren. In Kürze lanciert das NGO-Bündnis dazu eine Volksinitiative.

Und für gerechte Wirtschaftsbeziehungen engagiert sich Helvetas auch ganz konkret: mit dem fairen Handel sollen die Produzenten für ihre Produkte gerecht bezahlt werden.

Abschliessend überrascht uns eine weitere Feststellung der Studie:

“Gerade was die für die Entwicklungszusammenarbeit aufgewendeten Finanzen betrifft, ist das Wissen der Stimmberechtigten nicht vollständig richtig. […] Die absoluten Ausgaben werden konstant überschätzt.”

Diese Überschätzung ist auch der Nährboden für eine Volksinitiative, die Rechtsaussen-Politiker im Köcher haben, die die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit halbieren wollen. Neben den absoluten Ausgaben überschätzt ein grosser Teil der Befragten auch das Verhältnis dieser Ausgaben zu anderen grossen Budgetposten des Bundes. Trotz solcher Wissenslücken hat nur gut ein Drittel der Befragten ein Bedürfnis nach mehr Informationen. Umso mehr freut es mich, dass Sie dazu gehören und diesen Beitrag gelesen haben.

Welche Informationen interessieren Sie? Und wie sollen wir sie aufbereiten? Unser Kommentarfeld unten steht Ihnen zur Verfügung.

Kathrin Krämer
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