Neue Plattform für nachhaltigen Kakao

Andrea Bischof, 04. Juli 2017

Am 28. Juni wurde die Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao lanciert. Erwartungsvoll sassen über fünfzig Akteurinnen und Akteure der Schweizer Kakaowirtschaft um acht Uhr früh um gedeckte Frühstückstische (mit Schokogipfeli) und lauschten den Einweihungsworten von Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, dem neu gewählten Präsidenten des Schweizer Schokoladenhersteller-Verbandes Beat Vonlanthen und dem Präsidenten von Helvetas, Elmar Ledergerber.

Unmissverständlich wurden die herrschenden Missstände in der Kakaoproduktion – Kinderarbeit, Menschenhandel, Regenwaldabholzung – angesprochen und der Handlungsbedarf aufgezeigt. Mit der Plattform für nachhaltigen Kakao sollen bereits eingeschlagene neue Wege weiterverfolgt, die Akteure besser vernetzt und gemeinsame Aktivitäten umgesetzt werden. Auf einer grossen Weltkarte wurden alle laufenden Projekte und Initiativen visualisiert, in denen sich der Schweizer Kakaosektor bereits engagiert.

Auf allen Kontinenten engagieren sich die beiden Entwicklungsorganisationen Swisscontact und Helvetas in Zusammenarbeit mit der Kakaoindustrie zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Kakaoproduktion.

„Durch diese neue, breit abgestützte Multi-Stakeholder-Initiative erhalten unsere bisherigen Bemühungen zusätzlichen Schub“, sagte Elmar Ledergerber stellvertretend für alle NGOs, die sich im Kakaosektor engagieren.

Das ambitionierte Ziel der Plattform: Bis 2025 sollen 80 Prozent des importierten Kakaos aus nachhaltiger Produktion stammen. „Wir alle haben es in der Hand, aus der Schokolade ein global gerechteres Produkt zu machen“, so Ledergerber. Die Schweizer Schokoladenindustrie könne auch heute wieder eine Pionierrolle einnehmen – „dann nämlich, wenn sie mit ehrlichem Engagement für nachhaltige Produktions- und Handelsbedingen eintritt und es ihr gelingt, die ‚Bitterkeit‘ aus der Wertschöpfungskette des Kakaos zu eliminieren“.

Ein wichtiger Fokus der Plattform ist die junge Generation: Der Sektor soll wieder attraktiver werden und auch jungen Bäuerinnen und Bauern in den Anbauländern Zukunftsperspektiven bieten.

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Andrea Bischof

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