Klimawandel: „Nichts zu tun, hat den höchsten Preis“

Kathrin Krämer, 15. Juni 2015
Klimawandel: „Nichts zu tun, hat den höchsten Preis“

Was kommt heraus, wenn ein Zeichner die Aussagen einer Diskussionsrunde an einer Fachtagung zusammenfasst? Genau das ist in der vergangenen Woche in Brüssel an den European Development Days geschehen. Rupa Mukerji von Helvetas sass auf einem Podium zum Thema Klimawandel. Die hier abgebildeten Zeichnungen hat Nick Payne direkt während der Diskussion angefertigt.

„Es gibt ein grosses globales Ungleichgewicht im Bezug auf das Wissen um den Klimawandel“, sagt Rupa Mukerji. Sie hat als eine der führenden Autorinnen am aktuellen IPCC-Weltklimabericht mitgearbeitet. Ihre Aussage auf dem Podium ist eine der wichtigsten Schlussfolgerungen, zu denen die Autorengruppe gelangt ist.

Während sich viele Forschende auf Auswirkungen des Klimawandels auf die nördliche Hemisphäre konzentrieren, gibt es wenige verlässliche Daten zu Südamerika und Afrika. Unabhängige, umfassende Informationen sind aber unerlässlich für Entscheidungen dazu, wie mit den Folgen des Klimawandels umgegangen werden muss.

© graphicrecorder #EDD15

Rupa Mukerji führt auf dem Podium aus, welche Folgen uns alle erwarten, wenn wir weiterfahren wie bisher. Zwar werden einige Ernteerträge vorerst steigen, weil in bestimmten Regionen länger angebaut werden kann und mehr Wasser zur Verfügung steht. Später jedoch werden die negativen Folgen der unvorhersehbaren Regenfälle überwiegen. Trockenheiten und Überschwemmungen nehmen zu, was schwere Konsequenzen für die Ernährungssicherheit der Menschen haben wird. Dieser Zusammenhang muss den betroffenen Gemeinschaften klar gemacht werden, damit sie die richtigen Massnahmen zur Bewältigung der des Klimawandels ergreifen können.

 

© graphicrecorder #EDD15

Entwicklung funktioniert nicht ohne Energie, erklärt Eco Matsers (Hivos) in der Diskussion. Diese Energie muss aber aus erneuerbaren Quellen kommen. Er zeigt am Beispiel der abgelegenen indonesischen Insel Sumba, wie es gelungen ist, eine vorher kaum elektrifizierte Gegend vollumfänglich mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Dafür braucht es gemeinsame Anstrengungen der Menschen, NGOs, Regierungen und der Privatwirtschaft.

 

© graphicrecorder #EDD15

Kartikeya Sarabhai (CEE) will den Klimawandel in Indien positiv nutzen. Er ist der Ansicht, dass der Klimawandel nur bewältigt werden kann, wenn gleichzeitig die Armut bekämpft wird. Die Entwicklungs- und Schwellenländer sollen nicht den wenig nachhaltig agierenden Westen imitieren. Stattdessen sollen sie bei ihrer Entwicklung von den Fehlern dieser Länder lernen. Sarabhai setzt dabei auf die starken Effekte einer grosser Zahl kleiner Aktionen, die alle Menschen einbeziehen. Er ist überzeugt, dass dies letztlich dazu führen wird, die Wahrnehmung des Klimawandels und den wenig nachhaltigen Entwicklungsweg zu verändern.

 

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