Klimakonferenz in Paris: Hoffen. Freuen. Sorgen?

Hanspeter Bundi, 14. Dezember 2015
Klimakonferenz in Paris: Hoffen. Freuen. Sorgen?

Für Rupa Mukerji, leitende Autorin des IPCC-Klimaberichts und Geschäftsleitungsmitglied von Helvetas, war die erfolgreiche Pariser Klimakonferenz ein emotionaler Höhepunkt. Und Bundesrätin Doris Leuthard sprach von einem „Riesenerfolg“. Erfahrungsgemäss ist allerdings Skepsis angebracht, wenn Bundesräte zu sehr loben.

Eine Woche lang hat Rupa Mukerji in Paris gebangt, hat Nachrichten und interne Berichte verfolgt und mit Kolleginnen über Erfolgschancen diskutiert. Zum Abschluss der grossen Klimakonferenz in Paris kam dann die grosse Erleichterung. 195 Staaten verpflichten sich, die Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

„Es fühlt sich wirklich gut an“, schreibt Rupa Mukerji. „Was wir in der Arbeitsgruppe II des Klimarats erarbeitet haben, ist im Verlauf der Verhandlungen oft und ausführlich zitiert worden. Es war einer dieser Momente, in denen du merkst, dass deine Arbeit wirklich etwas bewirkt. Es war wie Weihnachten.“ Das Versprechen zur Begrenzung auf 2 Grad Celsius allein genügt aber nicht. Das weiss auch Rupa Mukerji, und sie betont, dass die Zivilgesellschaft den Regierungen auf die Finger schauen muss. Insbesondere in der Frage, ob sie die dringend nötige Dekarbonisierung der Wirtschaft auch wirklich vorantreiben.

In der Schweiz, so könnte man meinen, sei das nicht nötig. „Bundesrätin Doris Leuthard spricht von einem ‚Riesenerfolg‘. Obwohl im Abkommen kein Zwang vorgeschrieben wird, ist sie davon überzeugt, dass die Länder nicht einfach leere Versprechen abgegeben haben“, schreibt die NZZ.  Das ist schön gesagt und auch schön geschrieben. Aber können wir der Euphorie unserer Bundesrätin trauen? Skepsis ist angebracht. Bei der Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele im September dieses Jahres waren gleich zwei Bundesräte voll des Lobes über das Erreichte … und in der Wintersession kürzte das Parlament die vorgesehenen Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit um 115 Millionen Franken.

Bei der Entwicklungszusammenarbeit verflog die bundesrätliche Euphorie wie Herbstblätter im Wind. Und bei den Klimastrategien? Müssen wir uns Sorgen machen, Frau Leuthard?

Hanspeter Bundi
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