„Ich liebe mein Land, und möchte es wirtschaftlich vorwärts bringen“

Simon Ming, 26. Juni 2015
„Ich liebe mein Land, und möchte es wirtschaftlich vorwärts bringen“

Auch mit einem Universitätsabschluss in der Tasche ist die Zukunft für junge Kosovarinnen und Kosovaren unsicher. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei siebzig Prozent. Mit gezielten Weiterbildungsangeboten und Praktikumsplätzen unterstützt Helvetas insbesondere Frauen darin, in der IT-Branche Fuss zu fassen.

„Mein Traum ist es, selbständige Software-Entwicklerin zu werden und eine Firma zu gründen“, sagt die 22jährige Zanfina Gashi, die Anfang Jahr erfolgreich ihr Studium in Computerwissenschaften abgeschlossen hat. In der IT-Branche besteht ein grosses Entwicklungspotential für Kosovo. Nur, selbst ein Universitätsabschluss garantiert im jungen balkanischen Staat keine sichere Karriere. Die Lehrpläne orientieren sich nicht an den Anforderungen des Arbeitsmarktes, es wird kaum praxisrelevantes Wissen vermittelt.

Zanfina hatte Glück: seit Kurzem arbeitet sie bei einer Software-Firma und hat gute Aussichten, eine feste Anstellung zu erhalten. „Ich arbeite bei Softdom in einem grossartigen, jungen Team und lerne viel. Unsere Firma soll bald nach Deutschland und in die Schweiz expandieren“, freut sie sich. Die Stelle wurde ihr im Rahmen des Weiterbildungsprogramms „Female in IT“ (FIT) vermittelt. Zanfina kann dort praktisch anwenden, was sie in Kursen lernt, die speziell für Studienabgängerinnen konzipiert wurden. Sie ist eine von fünfzig jungen Frauen, deren Weiterbildung bei FIT Helvetas finanziert.

© Helvetas / Christian Bobst

„Ich möchte bald auch im Ausland Berufserfahrung sammeln“, sagt Zanfina. Sie hat klare Vorstellungen für die Zukunft und denkt dabei nicht nur an sich. „Im Ausland zu bleiben, ist für mich keine Option. Ich liebe mein Land und möchte meine Fähigkeiten einsetzen, um es wirtschaftlich vorwärts zu bringen“. Wenn ihr Traum in Erfüllung geht und sie dereinst in ihrer eigenen Software-Firma arbeitet, möchte sie andere daran teilhaben lassen. „Wenn ich Menschen hier eine Arbeit bieten und sie ihnen eine Perspektive geben kann, macht mich das glücklich“.

© Helvetas / Christian Bobst

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Simon Ming

Online Editor

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