Gastserie: Solarkino in Nepal (5): Tihar in Jiri

Simon Ming, 09. November 2014
Gastserie: Solarkino in Nepal (5): Tihar in Jiri

Heute während des mehrtägigen Tiharfestivals ist der Tag der Laxmi Puja, der Göttin des Wohlstands. Alle Häuser sind mit Lichterketten geschmückt, vor den Hauseingängen sind Mandalas mit Pulverfarben aufgemalt. Kerzen weisen der geldsegnenden Göttin den Weg ins Haus.

Kinder gehen von Tür zu Tür und singen unermüdlich und mit viel Elan Lieder, so sammeln sie kleine Geldscheine. Die Stimmung ist ausgelassen und wir werden immer wieder von Leuten begleitet, die uns durchs Dorf führen und uns die „schönen“ und „schlechten“ Mandalas zeigen. Abends wird im ganzen Dorf getanzt. Soundsysteme laufen über Batterien und beschallen die Gassen. Die tanzenden Gruppen ziehen von Haus zu Haus. Die ganze Nacht.

Ab und zu sieht man einzelne Strassenhunde, die ihre Blumenketten vom vorherigen Tag noch tragen, auch die Krähen wurden gesegnet. Heute sind die Kühe an der Reihe. Eine Gruppe Sherpas (eine soziokulturelle Gruppe mit eigener Sprache, deren Dörfer vorwiegend in den höher gelegenen Gebieten Mittel- und Ostnepals liegen) fährt mit einen kleinen Pick-up von Dorf zu Dorf, tanzt, um Geld für ein buddhistisches Kloster zu sammeln.

Ein paar Tage zuvor besuchten wir ein kleines Kloster in den Hügeln. Ein Teammitglied sprach mit den jungen Mönchen. Sie erzählten, dass sie für 16 Jahre in eine Höhle gehen werden, wo sie die Schriften studieren und wo sie üben werden, für Stunden nahe dem heissen Feuer und im kalten Wasser zu verbringen, um in die nächste Ebene zu gelangen. Als er sie fragte, ob es schwierig sei, die vielen Schriften zu rezitieren, bejahten sie und erzählten, dass sie Schläge erhielten, wenn sie die Aufgabe nicht vollbringen können. Viele junge Mönche flüchten in andere Klöster, um dem Missbrauch zu entkommen, der in den geschlossenen Gesellschaften der Klöster weit verbreitet ist.

© SWN14

Auch wir bekamen ein Tikka, ein hinduistisches Segenszeichen auf der Stirn

Am Dai Tikka Puja werden wir mit Köstlichkeiten beschenkt und kriegen Tikka auf die Stirn. Mit dem Kada-Schal wird uns Glück für die Reise mitgegeben. Heute brechen wir auf ins nächste Dorf. Die Esel bleiben in Jiri. Aber das Projekt beginnt. Wir hoffen auf ein gutes Omen durch Tihar.

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