Gastserie: Solarkino in Nepal (2): Jiri – Startpunkt zum Everest und zu unserer Kinotour

Kathrin Krämer, 26. Oktober 2014
Gastserie: Solarkino in Nepal (2): Jiri – Startpunkt zum Everest und zu unserer Kinotour

Wir befinden uns in Jiri – einem kleinen Bergort neun Stunden Jeep-Fahrt von Kathmandu entfernt und Ausgangspunkt unseres diesjährigen Projekts. Von hier aus startet eine Route für Bergsteiger ins Everestgebiet. Doch seit per Flugzeug noch näher ans Everestgebiet heran gereist werden kann, finden die meisten Bergsteiger nicht mehr hierher. Jiri, ein hübsches Dörfchen am Rande einer Talsohle gelegen, ist ein Vorzeigedorf vergangener Entwicklungszusammenarbeit – bekannt als  „Little Switzerland“. Das Strässchen hier hin ist dementsprechend gut ausgebaut, mit wenig Löchern und meist geteert. Es windet sich in scharfen Kurven durch die Berge, bis es im Hochtal von Jiri endet. Institutionen wie ein Spital, eine technische Hochschule oder einer Käserei versorgen das Umland. Es gibt Weiden mit Zäunen – ein untypisches Bild für Nepal und wohl ein „Hinterbliibsel“ schweizerischer Entwicklungsorganisationen. Hier warten wir auf unsere drei Esel, die zwei Leute unseres Teams in Salleri kauften und mit ihnen nun über vier Tage die Berge durchqueren, um zu uns zu gelangen.

© SWN14

Der Markt in Jiri

Es ist die Zeit vor Tihar – dem Lichterfest – und wir bereiten uns auf ein paar Kinoabende vor, an denen wir auf einer Wiese zwischen zwei Bäumen Nepali Filme zeigen werden. Passend und adrett mit Hemd und Gilet angezogen, treffen wir den Police District Officer, um die Erlaubnis für die Filmabende einzuholen und auf Geheiss des Dorfvorstehers einen Security zu besorgen, der die Schule, unser Vorführort, vor möglichen „Freak Outs“ in Festivallaune bewahren soll.

© SWN14

Brücke in Jiri

Nach Tihar ziehen wir ins nächste Dorf, wo noch zwei weitere Teammitglieder aus Kathmandu (der Kollywood-Kameramann und der Filmemacher von Sattya) zu uns stossen werden. Zusammen mit Amar, unserem Local, Sange, unserem Eselführer, Abhimanyu, unserem Übersetzer und „Social Mobilizer“ und Ohm, dem Filmstudenten, der uns die ersten Wochen begleitet, brechen wir dann auf in Richtung abgelegener Bergdörfer, um den Leuten die Möglichkeit zu geben, Filme über die dorfeigenen Themen zu drehen. Filme, die sich den Problemen, der Kultur oder den lokalen Systemen annehmen und Diskussionen eröffnen.

Das Solar Wanderkino Nepal ist bis Ende Jahr unterwegs.  Maria Suhner und Jorrit Bachmann reisen mit einem lokalen Team durch abgelegene Gegenden Nepals. Bewohnerinnen und Bewohner kleiner Bergdörfer halten erstmals eine Kamera in der Hand und produzierten Kurzfilme über eigene aktuelle Themen, die abends im Dorf unter freiem Himmel vorgeführt werden. Bis Ende Jahr berichten Maria und Jorrit hier von ihren Erlebnissen.

Kathrin Krämer
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